2019-20 Saisonrückblick

Wie einen Rückblick schreiben, ohne den Namen dessen zu nennen, „dessen Name nicht genannt
werden darf?“
Ja, „Du-weißt-schon-wer“ hat unser Leben in einer Art und Weise in Frage gestellt, die wir uns in
unserer gruseligsten Fantasy nicht hätten vorstellen können oder wollen.
Dabei fing die Saison eigentlich gut an: Neue Gesichter in der Trainingsgruppe, Superbeteiligung
von allen

, gute Entwicklung der Mannschaft. Beim Weihnachtsturnier eine schöne Spende für
Menschen am Rande unserer Gesellschaft. Die Rückkehr unserer Langzeitverletzten bahnte sich an,
selbst unser einziger Abgang ist – glücklicherweise – immer noch nicht richtig weg. Sogar der
Aufstieg rückte ins Blickfeld der Möglichkeiten, und das Alles mit Training ohne Fußball! Hätte
eigentlich so weiterlaufen können.
Aber plötzlich: Keine Halle und kein Beach mehr, stattdessen drohten manch Träume und sogar
Existenzen den Bach, will sagen die Dreisam, hinab zu rauschen. Wobei angesichts der Trockenheit
von Rauschen kaum mehr die Rede sein konnte, eher dümpelte so Einiges vor sich hin.
Schließlich entwickelte sich der allgemeine „Lockdown“ in unserem geliebten Volleyball zum
schier endlosen „Blockdown“.
An die Stelle von Blut, Schweiß und Tränen auf dem Spielfeld traten für die Ermittlung der Aufund
Abstiegsränge nun Wahrscheinlichkeit und Schochastik. Das Ganze hatte etwas von Glückspiel
(und dies nicht nur für Menschen mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein).
Dazu fiel mir nur noch der Spruch des alten Cäsar ein, der da lautet:“alea iacta est“ bzw. seine -
etwas freie - Übersetzung:“Mir sind die Würfel runtergefallen“.
Kurzzeitig fiel mir dann eher die Klappe herunter, als wir voll in diesem Anfangschlamassel eine
Aufstiegserklärung abgeben sollten, und dies sogar noch Tage vor dem eigentlich vorgesehenen
Termin. Bemerkenswert die Begründung: Man wisse ja nicht, ob man in 20/21 tatsächlich spielen
könne; umso wichtiger sei es, auf das Nichts gut vorbereitet zu sein!
So hänge ich also seitdem in der Warteschleife diverser Hygienekonzepte, soll Seife,
Desinfektionsmittel und Einmalhandtücher mitbringen, um irgendeine Halle betreten zu dürfen.
Mein tägliches Händewaschen erfüllt inzwischen alle Kriterien einer Zwangsstörung. Dabei würde
ich am liebsten dieses vermaledeite Ding, „dessen Namen nicht genannt werden darf“, in den Orcus
hinab spülen und dem Zorn der dort herrschenden Furien überlassen.
Doch alles Wüten hilft nicht, ich muss mit dem Dilemma zurechtkommen.
So geht`s mir wie einst dem Faust: Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust: Hier die Vernunft und
die Notwendigkeit des Abstand Haltens – dort meine kindliche, und doch so notwendige Freude und
Lust zur gemeinsamen Jagd nach dem Ball.
Dass inzwischen – weil systemrelevant – das Golfspielen wieder erlaubt ist, hat mir in dieser Frage
auch nicht viel weiter geholfen.
Doch wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten, und inzwischen darf Frau und Mann
ja wieder in den Sandkasten.
So wache ich langsam wieder auf, reibe mir noch etwas verwundert die Sandkörner aus den Augen,
und hoffe, dass es irgendwie weitergehen wird.
Das Schlusswort überlasse ich jenem oben an der Dreisam tätigen, allseits bekannten
Trainerkollegen, den die „New York Times“ kürzlich zum Philosophen des Schwarzwalds ernannt
hatte:
“Mir wollte scho alles, aber immerhin hämer jetzt des Beschde“.


Bleibt zuletzt: BMX – Bliibet Möglichschd Xund


                                                                                                              23.06.20 B. Seiter

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